Nun ist es genau eine Woche her, seit ich mich für eine nachhaltige Lebensweise entschieden habe. Eine erste Bilanz zeigt, dass ich seit diesem Tag wirklich sehr glücklich bin.
Ich habe gemerkt, dass es zwar in Dänemark weniger Produkte gibt, die einem das Leben ein bischen leichter machen (z.B. alpro joghurts und puddings gibts gar nicht), dennoch ist es vollkommen möglich, hier vegan zu leben.
Und mein Fazit: Ich verzichte auf nichts. Wirklich nicht. Ich genieße es zu entdecken was es für tolle Gemüsesorten gibt, wie verschieden man sie zubereiten kann und bei jedem Mal, wenn ich koche, spüre ich Glücksgefühle
meinen Bauch erklimmen und freue mich diebisch über das gute Essen, das ich zubereite!
Mehr noch ist mir aufgefallen, dass ich mich wieder viel aktiver fühle. Ich liebe es kreativ zu sein und in der letzten Woche habe ich, trotz vollem Stundenplan einige Stunden mit den Dingen zubringen können, die ich gerne mache.
Ich habe das Gefühl intensiver zu leben und durch die Informationen die ich mir von überall her zusammensammel fühle ich mich aufgeklärt und stark. Ich bin sowas von bereit mich durchzusetzen, wie seit langem nicht.
Wie im Post hier beschrieben, habe ich mich von meinen Lastern befreit. Meine Kleidung ist meiner Mitbewohnerin zu Gute gekommen und den Rest
werde ich noch weiterverschenken und verkaufen. Ich habe Platz gemacht in meinem Leben für kritische Augen und einen wachen Geist.
Mehr noch ist mir klar geworden, wie viele Menschen einfach überhaupt nicht darauf achten, was sie essen und vor allem was für Mengen an Essen sie wegwerfen täglich. Gutes Obst und Gemüse liegt im Schrank und verschimmelt, statt daraus etwas zu kochen, wird neu angehäuft: Eingeschweißte Wurststücke und fertige Pizzaböden gehören zum Inventar. Dennoch denke ich, jeder sollte leben wie er es für richtig hält. Trotzdem glaube ich, dass die wenigsten Menschen sich selber Informationen suchen und WISSEN WOLLEN, was ich für furchtbar halte.
Ich selber habe noch einen langen Weg vor mir bis ich wirklich alles getan habe, was in meiner Macht steht. Aber ich bin mehr als bereit diesen Weg zu gehen und denke schon auf dem rechten Pfad.
Einen richtig schönen Moment hatte ich vor ein paar Tagen, als ich lesend auf meinem Bett lag: Meine kleine Katze kam aufs Bett geklettert und hat sich ganz oben bei mir auf den Brustkorb gelegt und genüsslich eingerollt. Ich lag ganz still und sah ihren kleinen Bauch auf und ab sinken bei ihren Atemzügen. Ein kleines Herz schlägt in diesem Wesen und ich liebe es über alles. Was mir dann klar wurde war, dass jedes Tier auf dieser Erde genau so lebt und fühlt und atmet. Und dass ein Herz in jedem schlägt. Und ich wusste einfach, dass dies die einzig richtige Entscheidung sein kann. Ich musste sogar ein paar Tränen und einen großen Kloß runterschlucken.

Genau so erging es mir in meinen ersten veganen Tagen auch. Ich fühlte mich der Natur viel näher. Komisch nicht?! Ich freute mich auf alles Neue, auf neue Rezepte, Kosmetika etc. Und meine Einkäufe wurden immer befriedigender, weil ich wusste, dass ich damit der Natur ein Stück zurückgab. Es gibt zwar auch Schattenseiten des "Wissen Wollens" z.B. dass man immer mehr Missstände aufdeckt, die eigentlich verboten und boykottiert gehören, man aber einsehen muss an seine persönlichen Grenzen zu stoßen. Das wird dir auch noch auffallen.
ReplyDeleteJa es ist wirklich ein tolles Gefühl und ich hoffe es hält noch an!
ReplyDeleteich bin vor allem entrüstet darüber wie meine Mitbewohnerin lebt. Jetzt fällt mir es so richtig auf, am schlimmsten ist das mit dem Wegwerfen von Obst und Gemüse. Ich verstehe halt nicht, wie man noch immer komplett ohne ein Verständnis für Umweltschutz etc. leben kann! Sympathisch ist was anderes!
Ich bin auch schon total gespannt auf meine Grenzen, aber im Moment siind die noch nicht erreicht. Ich bin grad auf der Suche nach tollen Dokumentationen über Essen, Umwelt und Klimaschutz!
Das dir das Verhalten deiner MItbewohnerin so negativ aufstößt ist auf Basis deiner neu gewonnenen Infos normal. Schnell neigt man dazu, diese Menschen zu verurteilen und zu einem "Ich versteh das nicht, wie kann einem das alles nur so egal sein?" Denken. Das schafft großes Konfliktpotenzial, weil man dann automatisch das Bedürfnis hat aufzuklären, was aber von vielen Menschen als negativ empfunden wird.
ReplyDeleteIch kann dir da nur zu mehr Gelassenheit raten. Sonst schaffst du dir schnell mehr Feinde, als dir liebt ist.
@Saskia: Das stimmt, die meisten Menschen fühlen sich gleich vor den Kopf gestoßen, alleine wenn man schon erwähnt dass man Vegetarier/Veganer ist...
ReplyDelete@Löwenherz: Ich habe teilweise auch die totalen Hassgedanken (etwas übertrieben ausgedrückt)... Vor allem im Supermarkt, wenn ich an der Kasse stehe und beobachte, was manche Leute an "Lebensmittel" aufs Band legen... Schön billige eingeschweißte Wurst, Eier aus Bodenhaltung usw., da krieg ich manchmal echt zuviel und denke oft, dass es gar nichts nützt, wenn nur ein Bruchteil von Menschen auf all diese Produkte verzichtet... In solchen Momenten fühlt man sich einfach nur hilflos... Aber na ja, ich will ja hier mal keine negative Stimmung machen ;-)
LG...
Schön, dass es dir so gut geht!
ReplyDeleteEs ist nicht immer einfach (also das vegan sein eigentlich schon, wenn man erstmal solche Katzenmomente hatte), aber eben nicht der Umgang mit anderen.
Ich habe damit auch immer Probleme...aber irgendwie muss man da durch.
Und vielleicht wird es ja besser...jeder Veganer mehr trägt schließlich seinen Teil dazu bei!
Ganz liebe Grüße
Kris
@Angel: Diese Supermarktkassenmomente kenne ich auch. Einerseits rumort es dann in mir, andererseits denke ich mir "Meine Güte, du hast auch 21 Jahre lang so eingekauft!" Essen und Konsum an sich sind sehr private und intime Themen, wo sich keiner gern reinreden lässt. Es fällt mir oft schwer andere Essgewohnheiten zu tolerieren, aber das muss ich schließlich, denn auch meine Gewohnheiten sollen toleriert werden. Zwischen Toleranz und Akzeptanz besteht aber ein großer Unterschied.
ReplyDeleteeine schöne wochenbilanz! bestärkt mal wieder meine meinung, dass vegan eigentlich total leicht&locker ist; schwar machen es einem nur die anderen leute... man kriegt diskussionen aufs auge gedrückt, und immer muss man sich erklären und rechtfertigen.
ReplyDeleteich hoffe ja, dass es irgendwann anders herum ist, dass es dann heißt "waaaas, du isst fleisch?!"?! wieso das denn, das ist doch total ungesund und schädlich!" ;-)
danke für eure tollen und lieben kommentare! ich bin auch so happy einfach nur über meine entscheidung, ich könnts in die welt hinausflöten hihi!
ReplyDeleteihr habt recht mit der wahl der waren der mitmenschen: man denkt immer nur ob die denn wirklich GARNICHTS wissen. bei mir war es schon bevor ich überhaupt vegetarierin war klar dass ich keine eier aus bodenhaltung oder eingeschweißte überrote wurst kaufe. das gehörte bei mir quasi zur erziehung- genau wie licht aus wenn mans nicht braucht, wasserhahn zudrehen schnell, kühlschrank zu etc.
ich freu mich, dass ihr euch mit mir so freut, das tut gut!
ich glaube wenn ich meine mitbewohnerin drauf anspräche würde sie nur darauf pochen dass sie ja meine sie lebe umweltfreundlich genug.
ich bin so gespannt, auf was ich alles noch stoßen werde!
heut werd ich in aalborg mal in einem etwas etablierteren supermarkt nach soya joghurts suchen :) bericht später!! habt einen schönen montag!
PS. @Angel for Animals: das ist keine schlechte stimmung, ich bin froh wenn leute ehrlich sind und ihre meinung und ihre wut loswerden! sonst gäbe es wohl heute keine veganer :)
ganz liebe grüße!!